ÄNGSTE, PANIK UND PHOBIEN
Auf dieser Seite erfahren Sie, was Angststörungen sind, welche Angstformen wir unterscheiden und wie integrative Hypnosetherapie dabei hilft, den Alarm im Nervensystem zu beruhigen und Handlungsfreiheit zurückzugewinnen.
WENN ÄNGSTE DAS LEBEN EINSCHRÄNKEN
Angst gehört zum Leben – sie macht uns wachsam, schützt uns und hilft, Grenzen zu spüren. Doch manchmal gerät dieses System aus dem Gleichgewicht: Sorgen werden zu ständigen Begleitern, der Körper schaltet schnell auf Alarm, bestimmte Situationen oder Orte werden immer enger gemieden.
Unser biologisches Erbe: Was im Körper passiert, wenn wir Angst haben
Wenn wir Angst erleben, startet der Organismus ein schnelles Schutzprogramm. Das autonome Nervensystem schaltet in den Alarmmodus: Die Aufmerksamkeit verengt sich, der Körper mobilisiert Energie. um zu fliehen oder zu kämpfen.
Diese Mobilisierung spüren wir unmittelbar:
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Herzschlag und Atem beschleunigen sich, der Brustkorb wirkt eng.
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Hände werden feucht, Muskeln spannen an.
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Blut wird in die großen Muskelgruppen umverteilt – Hände und Füße werden kalt, manchmal kribbelt es.
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Der Atem wird flacher, der CO₂-Gehalt im Blut sinkt; das kann Schwindel, Benommenheit oder ein Gefühl von „neben mir stehen“ auslösen.
- Kann der Organismus weder kämpfen noch fliehen, greift oft die dritte Option: Freeze – eine kurzzeitige Erstarrung, ein inneres „Abschalten“, um Reizüberflutung zu dämpfen.
Wichtig zu wissen: Dieses Programm ist biologisch sinnvoll – es soll schützen, nicht schaden. Es erklärt auch, warum Angst sich so real anfühlt, selbst wenn objektiv keine Gefahr besteht. Der Körper meldet über Empfindungen wie Herzklopfen, Wärme oder Enge „Gefahr“, und der Kopf deutet diese Signale häufig als bedrohlich. Aus einem zunächst neutralen Körpersignal wird so eine bedrohliche Interpretation, die den inneren Alarm weiter verstärkt – eine Angst-vor-der-Angst-Spirale kann entstehen.
Unterschied zwischen Phobie, Panikstörung und generalisierter Angststörung
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Angststörungen mit einem konkreten Auslöser (Phobien), plötzlichen, intensiven Angstanfällen (Panikstörungen) und solchen ohne direkten Auslöser (generalisierte Angststörungen). Doch egal, welche Form Ihre Angst hat: Sie ist veränderbar und lässt sich mittels Hypnose oft sogar komplett auflösen.
Phobien
Eine Phobie ist eine intensive, oft irrationale Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen – zum Beispiel Höhen, Spinnen oder engen Räumen. Die Angst tritt dann auf, wenn Sie mit dem spezifischen Auslöser konfrontiert werden, und kann dazu führen, dass Sie bestimmte Orte oder Situationen vermeiden.
Generalisierte Angststörung
Eine generalisierte Angststörung (GAS) hingegen fühlt sich an wie eine nie endende Unruhe. Ständiges Grübeln, innere Anspannung und Sorgen bestimmen den Alltag – oft ohne klaren Grund. Der Körper befindet sich in einem ständigen Alarmzustand, was zu Schlafstörungen, Muskelverspannungen oder Verdauungsproblemen führen kann.
Panikstörung
Eine Panikstörung ist durch plötzliche, intensive Angstanfälle gekennzeichnet, die scheinbar aus dem Nichts auftreten. Diese Panikattacken gehen oft mit starken körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder einem Gefühl der Ohnmacht einher. Betroffene entwickeln häufig eine „Angst vor der Angst“ – sie fürchten die nächste Attacke so sehr, dass sie bestimmte Orte oder Aktivitäten meiden.
Wie Integrative Hypnosetherapie helfen kann, Ihre Angst zu lösen
Integrative Hypnosetherapie ist eine wirksame und zugleich sanfte Methode, um Angststörungen dort zu erreichen, wo sie tatsächlich entstehen: im Zusammenspiel von Körperreaktionen, emotionalen Lernerfahrungen und tief verankerten Bedeutungen. Während viele klassische Ansätze vor allem neue Bewältigungsstrategien vermitteln, nutzt mein Ansatz zusätzlich die Fähigkeit des Gehirns, alte Muster wirklich zu verändern – nicht nur besser zu managen.
Typische Schwerpunkte bei Angststörunden sind:
- Nervensystem regulieren – den Körper als Verbündeten erleben: In Trance können Sie lernen, die körperliche Alarmreaktion frühzeitig wahrzunehmen und aktiv zu beeinflussen: Atmung, Muskeltonus, Herzrhythmus. Wir entwickeln konkrete innere und körperliche Werkzeuge, mit denen Sie sich in belastenden Situationen selbst regulieren können – statt nur „durchzuhalten“ oder zu flüchten.
- Innere Angstfilme umschreiben: Ängste sind oft mit starken inneren Bildern verbunden. In hypnotischer Trance lassen sich diese Szenen verlangsamen, von außen betrachten und schrittweise verändern: mehr Abstand, mehr Ressourcen, andere Ausgänge. So kann das Gehirn neue Bedeutungen verknüpfen – aus „Katastrophe“ wird „das kann ich bewältigen“.
- Arbeit mit Anteilen (Ego-State): In der Teilearbeit betrachten wir Angst nicht als „Ganzes“, sondern als einen Anteil in Ihrem inneren Team. Durch gezieltes Dissoziieren schaffen wir eine wohlwollende Distanz: Sie beobachten den Angst-Anteil, statt mit ihm verschmolzen zu sein. Der Körper reguliert sich, der Angst-Anteil kann umlernen, und Sie integrieren die aktualisierte Rolle wieder stimmig in Ihr System.
- Ursprungserfahrungen behutsam bearbeiten: Mit Methoden wie der Affekt-Brücke folgen wir behutsam der heutigen Angstreaktion zurück zu früheren Prägungen: Momente von Bedrohung, Alleinsein, medizinischen Eingriffen, Demütigung oder Kontrollverlust. In einem sicheren inneren Rahmen können dort neue Erfahrungen verankert werden – mit Unterstützung, Handlungsmöglichkeiten und klaren Grenzen. Das Nervensystem lernt so, dass die damalige Hilflosigkeit heute nicht mehr gilt.
- Schrittweiser Transfer in den Alltag: In einem weiteren Schritt verbinden wir die innere Arbeit mit realen Situationen: zunächst in der Vorstellung, dann in kleinen, gut dosierten „Realitätsproben“. Sie erleben, wie Ihre neuen Strategien auch außerhalb der Therapie greifen. Wichtig ist dabei, dass Sie das Tempo mitbestimmen – Exposition nicht als „Überwältigung“, sondern als selbstbestimmtes Ausprobieren.
So kann Integrative Hypnosetherapie dazu beitragen, dass die Angst ihren absoluten Schrecken verliert: Sie gewinnen inneren Spielraum – und damit echte Wahlmöglichkeiten zurück.