PROKRASTINATION
Auf dieser Seite finden Sie Orientierung, warum wir aufschieben, was hinter Prokrastination aus psychologischer Sicht steckt und wie Integrative Hypnosetherapie Ihnen helfen kann, das Vertrauen ins eigene Handeln wiederzufinden.
WENN AUFSCHIEBEN ZUR GEWOHNHEIT WIRD
Vielleicht kennen Sie das: Eine Aufgabe steht an, die Ihnen eigentlich wichtig ist – aber plötzlich scheint alles andere dringender. Der Schreibtisch muss noch sortiert, die Spülmaschine ausgeräumt, der Wetterbericht gecheckt oder „nur kurz“ das Postfach durchgesehen werden. Kurzfristig bringt das Erleichterung – doch danach kommen oft Druck, Selbstkritik und Scham.
Warum wir aufschieben – neuropsychologisch betrachtet
Prokrastination ist kein Zeichen von Faulheit, sondern ein erlerntes Selbstschutzprogramm. Das Gehirn versucht, kurzfristig unangenehme Emotionen – Überforderung, Unsicherheit, Versagensangst – zu vermeiden. Das limbische System, das auf unmittelbare Belohnung reagiert, gewinnt in solchen Momenten die Oberhand über den präfrontalen Kortex, der für Planung, innere Ordnung und Selbststeuerung zuständig ist.
Wir folgen also dem Prinzip „Gefühl vor Vernunft“ – nicht aus Schwäche, sondern weil unser Nervensystem auf Entlastung programmiert ist. Je gestresster oder erschöpfter wir sind, desto weniger stehen die exekutiven Funktionen zur Verfügung – und desto attraktiver werden kurzfristige Ablenkungen.
Oft verstärkt sich dieser Mechanismus über Jahre: Druck erzeugt Anspannung, Anspannung aktiviert das alte Muster „bloß weg“ – das Gehirn lernt, dass Aufschieben kurzfristig hilft. So wird Prokrastination zur Gewohnheit: Projekte werden geschoben, Prüfungen in letzter Minute vorbereitet, Mails möglichst spät geöffnet – obwohl Sie genau wissen, dass es Ihnen langfristig schadet.
Warum wir aufschieben – hypnosystemisch betrachtet
In meiner Praxis begegnet mir dieses Muster häufig: Menschen, die viel leisten wollen, Verantwortung übernehmen und hohe Ansprüche an sich stellen – und die sich dennoch wie blockiert erleben. Rational ist klar, was zu tun wäre, aber „irgendetwas in mir“ hält sie zurück.
Aus meiner Erfahrung steckt hinter dem ständigen Aufschieben häufig ein innerer Zwiespalt: Ein Anteil will Leistung, Kontrolle, Erfolg und Anerkennung – ein anderer Anteil schützt vor Überforderung, Kritik oder dem Gefühl, nicht zu genügen. Manchmal wiederholen sich dabei alte Erfahrungen: zu hohe Erwartungen, wenig Anerkennung, strenge Kritik in Familie, Schule oder Arbeitsumfeld.
Dieser innere Konflikt kostet Energie. Je stärker die Selbstverurteilung („Mit mir stimmt etwas nicht“, „Ich kriege es einfach nicht gebacken“), desto lauter werden Scham und innerer Druck – und desto schwerer fällt es, einfach zu beginnen. Prokrastination ist dann keine „Dummheit“, sondern ein Versuch des Systems, sich vor Schmerz zu schützen – nur eben auf eine Weise, die langfristig teuer wird.
Wie Integrative Hypnosetherapie bei Prokrastination helfen kann
Hypnose ermöglicht einen Zugang zu den unbewussten Mustern, die das Aufschieben steuern. In Trance wird erfahrbar, was genau das Nervensystem vermeidet – und in welchen Situationen oder Lebensphasen dieser Mechanismus entstanden ist. Wenn der innere Druck nachlässt und Handeln nicht mehr automatisch mit Bedrohung, Versagen oder Kritik verknüpft ist, kann Motivation wieder freier fließen – natürlich, selbstbestimmt, ohne Zwang.
Mit Methoden der Integrativen Hypnosetherapie arbeite ich auf mehreren Ebenen:
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Körper & Emotion: Spannungsmuster werden reguliert; das Nervensystem lernt, Anspannung und Unsicherheit auszuhalten, ohne in Flucht oder Erstarrung zu gehen. So entsteht mehr innere Sicherheit – auch vor herausfordernden Aufgaben, Prüfungen oder beruflichen Anforderungen.
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Arbeit mit Anteilen: Wir bringen den „Antreiber“ und den „Vermeider“ in einen konstruktiven Dialog. Beide Anteile werden ernst genommen, verstanden und bekommen neue, passende Aufgaben. Aus innerem Kampf wird mehr Kooperation – statt Stillstand und Selbstsabotage.
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Kognition & Selbstbild: Eingeschliffene Überzeugungen wie „Es muss perfekt sein“ oder „Ich darf mir keine Fehler erlauben“ werden hinterfragt und neu verhandelt. Neue innere Bedeutungen („Ich darf in kleinen Schritten beginnen“, „Gut genug ist ausreichend“) werden mit körperlicher Ruhe verknüpft. So entsteht realer Handlungsspielraum – im Studium, im Beruf und im Privatleben.
Zum Schluss ist wichtig: Prokrastination ist kein persönliches Versagen, sondern ein Muster, das Sie einmal gebraucht haben – und das heute verändert werden darf. Wenn Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen und sich wünschen, wieder freier ins Handeln zu kommen, begleite ich Sie gerne auf diesem Weg.