DEPRESSION
Auf dieser Seite finden Sie Orientierung, welche Symptome typisch für eine Depression sind und wie Hypnosetherapie helfen kann, wieder Zugang zu Freude, Leichtigkeit und Selbstmitgefühl zu finden.
WENN DAS LEBEN IMMER SCHWERER WIRD
Stimmungsschwankungen sind normal: Gefühle sind Wegweiser, die uns zum Handeln bewegen. Sie zeigen Bedürfnisse, Grenzen und Werte. Problematisch wird es, wenn eine Stimmung alles andere übertönt – wenn Traurigkeit, Erschöpfung oder innere Leere über Wochen anhalten, Alltägliches schwerfällt und Freude kaum noch erreichbar ist – dann kann eine Depression vorliegen.
Bin ich schon depressiv?
Eine klare Grenze gibt es nicht – entscheidend sind Dauer, Intensität und Beeinträchtigung. Häufige Anzeichen sind:
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anhaltende Niedergeschlagenheit, innere Leere, Gefühllosigkeit
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verminderter Antrieb, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme
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Grübelschleifen, Selbstabwertung, Hoffnungslosigkeit
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Schlafstörungen, Appetitveränderungen, körperliche Spannungen
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Rückzug, Verlust von Interesse und Freude
Wenn Sie sich darin wiederfinden, heißt das nicht automatisch „schwere Depression“. Es kann bedeuten, dass Ihr System überlastet ist und eine andere Form der Regulation und inneren Neuorientierung braucht.
Wichtig: Wenn Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid auftreten, suchen Sie bitte umgehend Unterstützung (Hausarztpraxis, psychiatrische Ambulanz, Krisendienst, 112). Hilfe in Anspruch zu nehmen ist ein Zeichen von Verantwortung – nicht von Versagen.
Aus der Praxis: Mein Verständnis von Depressionen
Hinter einer Depression steckt aus meiner Sicht mehr als ein „chemisches Ungleichgewicht“. Häufig ist sie eine einst sinnvolle Schutzstrategie: Das System dämpft überwältigende Gefühle wie Wut, Angst, Enttäuschung, Scham oder Schuld, um handlungsfähig zu bleiben. Rückzug, Leere oder Erstarrung sind dann nicht „Schwäche“, sondern ein Versuch, Stabilität zu sichern, als keine anderen Möglichkeiten verfügbar waren.
In der hypnotherapeutischen Arbeit verstehen wir diese Dynamik nicht als Fehlfunktion, sondern als intelligente, wenn auch inzwischen überlebte Strategie. Dabei spielen nicht nur Emotionen, sondern auch Kognitionen eine Rolle – also Denk- und Bewertungsmuster (z. B. „Ich genüge nicht“, „Es hat keinen Sinn“, „Ich darf nicht fühlen“). Diese Gedanken wirkten früher ordnend und schützend, begrenzen heute jedoch Lebendigkeit und Handlungsspielraum.
Wie integrative Hypnosetherapie bei Depressionen hilft
Die ursachenorientierte Hypnosetherapie geht zu den emotionalen und kognitiven Wurzeln der Symptomatik. Über behutsame Trancearbeit werden innere Erfahrungen zugänglich, die im Alltag schwer erreichbar sind. In der Arbeit mit Anteilen bekommen unterschiedliche innerpsychische Stimmen – etwa der verletzliche, der leistungsorientierte, der kritische oder der beschützende Teil – Raum und Kontakt miteinander. So kann Verständigung entstehen: Schutz kann bleiben, aber flexibler werden; Verletzlichkeit bekommt Halt; der innere Kritiker wird zu einem hilfreichen Qualitätsbewusstsein umgelernt.
Wenn darunterliegende Gefühle körperbasiert reguliert und alte Deutungen neu verknüpft werden, kommt Bewegung in das zuvor starre System. Gefühle dürfen wieder fließen, Gedanken werden flexibler, Energie und Lebendigkeit spürbarer – nicht, weil sie „gemacht“, sondern weil sie wieder zugelassen werden.
Weiterführende Themen
Depressive Zustände entstehen oft nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anhaltendem Stress, Überforderung oder unverarbeiteten Belastungen. Wenn Sie sich darin wieder erkennen, können auch die folgenden Themen hilfreich sein:
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Stress & Burnout – wenn Anspannung, Erschöpfung und Überforderung überhandnehmen
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Trauma – wenn alte Erfahrungen noch heute das Erleben prägen